Bäume in der Agroforstwirtschaft - Pflanzung und Pflege


Für viele Landwirte stellen Obstbäume zunächst eine weitere Komplexität da. Tatsächlich lassen sich diese, wenn korrekt ausgewählt, einfach in den Arbeitsablauf integrieren. Wichtig ist hierbei, dass ihnen die selbe Pflege zuteil wird wie Nutzpflanzen. Das beginnt mit der korrekten Pflanzung und erstreckt sich auf die korrekte Pflege. Im Folgenden geben wir deshalb Tipps wie Bäume in einem Agroforstsystem ohne viel Aufwand aufgezogen werden.

Pflanzung von Obstbäumen - in der Agroforstwirtschaft
  • Auswahl der Bäume
Hochstämme mit einem Stammumfang von sechs bis acht Zentimetern sind ideal. Diese sind stark genug um nicht direkt umzuknicken und jung genug um sich schnell vor Ort zu verwurzeln. Sie können einfach per Hand gepflanzt werden.
  • Baumschnitt
Vor dem Pflanzen ist es zwingend notwendig die Bäume zu schneiden. Hierdurch wird der Austrieb angeregt. Tendenziell werden Bäume im alley cropping auf mindestens zwei Meter Stammhöhe aufgeastet. Durch einen Schnitt geht die Wuchskraft in den ersten Jahren nicht in die Entwicklung einer Baumkrone, sondern in das Höhenwachstum.
  • Pflanzloch und Pflanzabstand
Wir empfehlen ein möglichst kleines Pflanzloch, 30cm x 30cm x 30cm sind ideal. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Baum sich schnell im Boden vor Ort verwurzelt. Große Löcher sacken ab und führen zu schiefen Bäumen. Oftmals erhält der Baum in großen Löchern zu viele Nährstoffe. In den ersten Standjahren wächst er gut, dann verkümmert er. Mit kleineren Pflanzlöchern erzielen Sie den gegenteiligen Effekt.
  • Pfahl, Wühlmausdraht und Verbissschutz
Auf dem offenen Feld kommt es vermehrt zu Ausfällen durch Nagetiere. Abhilfe schafft ein Wühlmausdraht der bei der Pflanzung mitgeingegraben wird. Was der Wühlmausdraht für unterirdische Nager ist, ist der Verbissschutz für überirdische Tiere. Er vehindert, dass der Stamm des Baums angeknabbert und dadurch zerstört wird. Ein Pfahl ist notwendig um das schiefe Anwachsen eines Baumes zu vermeiden. Schiefe Bäume können die maschinelle Bearbeitung der Nutzpflanzen erschweren und erzielen später geringere Marktpreise. Es genügt einen Pfahl pro Baum zu setzen.
  • Baumscheibe freihalten
Die Baumscheibe beschreibt einen ca. 20cm großen Kreis um den Baumstamm herum. Dieser sollte in den ersten drei Jahren frei von anderen Pflanzen gehalten werden. Diese einfache Pflegearbeit ist der wichtigste Faktor, damit ein Baum schnell anwächst.
  • Baumschnitt
Der Obstbaum sollte alle zwei Jahre geschnitten werden. In den ersten Jahren wird hierbei vor allem aufgeastet. Das bedeutet, dass die unteren Äste komplett entfernt werden. Durch das frühzeitige entfernen kann die Schnittwunde schnell verwallen. Hat der Baum die gewünschte Höhe, müssen vor allem junge Triebe entfernt werden. Zumeist genügt es alle nach innen wachsenden Äste zu entfernen. Wird ein Baum regelmäßig geschnitten, beschränkt sich der Aufwand auf wenige Minuten pro Baum.
  • Pflege der Baumreihe
Ähnlich wie in Streuobstwiesen empfiehlt es sich den Grasstreifen unterhalb der Hochstamm Obstbäume zu schneiden. Hierdurch wird der Mäusedruck verringert und dem Baum genug Platz zum wachsen gegeben. Der erste Schnitt sollte Ende Mai erfolgen. Der zweite Schnitt sollte im August erfolgen. Dieser kann auch sehr gut durch Tiere abgehütet werden.

Insgesamt kann durch eine regelmäßige Pflege der tatsächliche Aufwand pro Obstbaum und Jahr gering gehalten werden. Vor allem aber können die meisten Pflegemaßnahmen außerhalb der Hauptsaison, im Winter durchgeführt werden. Hierdurch wird die Komplexität eines Agroforstsystems deutlich reduziert.

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