Buschbaum, Halbstamm & Hochstamm: Was steckt dahinter?
Obstbäume und Beerensträucher werden in verschiedenen Wuchsformen angeboten. Dazu gehören der Buschbaum, Halbstamm und Hochstamm. Teilweise gibt es auch noch die Wuchsform Stämmchen. Wir klären Sie auf, worin die Unterschiede zwischen Buschbaum, Halbstamm und Hochstamm liegen und welche Wuchsform die beste Wahl für Ihr Vorhaben ist.
Der Unterschied zwischen den Wuchsformen
Der Buschbaum
Der Buschbaum ist die kleinste Kulturform eines Obstbaums. Er hat eine Stammhöhe von ca. 60 cm. Bereits in dieser Höhe beginnt sich die Krone des Buschbaums zu verzweigen. Buschbäume sind zumeist auf schwachwachsenden Unterlagen veredelt, typische Beispiele hierfür sind Gisela5 bei Kirschbäumen, Quitten Unterlage bei Birnbäumen und die Unterlage MM106 bei Apfelbäumen. Diese Unterlagen erzielen eine 50%-ige Reduzierung des Wachstums, weshalb der Baum klein bleibt. Buschbäume sind mit wenigen Ausnahmen immer auf diese schwachwachsenden Unterlagen veredelt. Alles in allem erreicht der Buschbaum deshalb eine Höhe von 250 bis 350 cm, der Durchmesser liegt bei ca. 300 cm.
Der Halbstamm
Ein Halbstamm erreicht eine Stammhöhe von ca. 100 bis 120 cm. Ab dieser Höhe beginnen die ersten Äste. Im Gegensatz zu Hochstämmen und Buschbäumen gibt es Halbstämme sowohl auf schwachwachsender als auch starkwachsender Unterlage. Bei der starkwachsenden Unterlage handelt es sich um die Sämlingsunterlage. In diesem Fall wird der Halbstamm genauso hoch und breit wie ein Hochstamm. Ist der Halbstamm auf einer schwachwachsenden Unterlage veredelt, wird er so groß wie ein typischer Buschbaum. Der Unterschied ist somit nur die Höhe auf der die ersten Äste beginnen.
Der Halbstamm ist die am häufigsten gepflanzte Baumform im Privatgarten. Der Grund ist, dass hier nach 3-4 Jahren auch eine Unterpflanzung möglich ist und somit viele verschiedene Ideen für die Gartengestaltung umgesetzt werden können. Für sandige Böden empfehlen wir Halbstämme auf Sämling. Für normale bis lehmige Böden empfehlen wir den Halbstamm auf schwachwachsenden Unterlagen.
Der Hochstamm
Bei einem Hochstamm beginnen die ersten Äste in einer Höhe von 180 cm. Die zu erwartende Endhöhe eines Hochstamm Obstbaumes liegt bei ca. 600 bis 800 cm. Die zu erwartende Breite bei 500 cm.
Hochstämme sind meistens auf Streuobstwiesen, in großen Gärten oder zur Gestaltung in der Landwirtschaft und auf Äckern zu finden. Sie gelten als die älteste Wuchsform von Obstbäumen und werden bei richtiger Pflege, dem passenden Standort und unter guten Bedingungen sehr alt. Genau wie bei Halbstämmen wird auch der Hochstamm auf Sämlingen veredelt. Auch der Hochstamm ist also auf einer stark wachsenden Unterlage veredelt, was die beiden Baumformen sehr groß werden lässt.
Buschbaum, Halbstamm oder Hochstamm - Was ist die richtige Wahl?
Die erste Überlegung ist, wo Sie Ihren Obstbaum pflanzen möchten. Wie viel Platz steht dem Baum zukünftig zur Verfügung? Welche Bedingungen herrschen am Standort vor? Wie sind die Lichtverhältnisse und wie ist die Bodenbeschaffenheit? Häufig ist die Krone beim Thema Platz entscheidend.
- Bäume mit rundlicher Krone benötigen mehr Platz, weswegen häufig Standorte nahe an der Grundstücksgrenze, am Haus oder zu Mauern ungeeignet sind. Bäume mit rundlicher Krone sind meistens Laubbäume wie Apfelbäume, Kirschbäume oder auch Pflaumenbäume.
- Bäume mit säulen- oder kegelförmiger Krone wachsen kompakter und wachsen somit eher schmal. Durch die Wuchsform der Krone eignen sich Säulenobstbäume auch als große Bäume. Von Natur aus einen gedrungenen Wuchs haben auch Birnbaum, Pfirsichbaum, Nektarinenbaum, Aprikosenbaum, Mandelbaum und Kaki, weswegen sie wenig Platz benötigen.
Platzbedarf der einzelnen Baumformen
- Stämmchen: 100 x 100 cm
- Buschbaum: 400 x 400 cm
- Halbstamm: 400 x 400 cm bis 700 x 700 xcm
- Hochstamm: mind. 700 x 700 cm (im Idealfall 1000 x 1000 cm)
Welche Stammform ist in Höhenlagen empfehlenswert?
Da in Höhenlagen der Austrieb verspätet stattfindet und dort in der Regel im Winter mit strengen Frösten zu rechnen ist, sind hier Halb- und Hochstämme empfehlenswert. Sie wachsen stärker und kommen dadurch in Höhenlagen besser zurecht. Empfindlichere Sorten haben wir bei Halb- und Hochstämmen zudem auf frostharte Stammbildner veredelt.



