Kompost für Garten

Kompost: Bestes Mittel für den Garten

Kompost liefert wertvolle Nährstoffe, doch eine Überdosierung kann zu Überversorgung führen. Beim Anlegen eines neuen Gartens kann großzügig Kompost verwendet werden: Für leichte, sandige Böden sind 25 Liter pro Quadratmeter empfehlenswert, während lehmige Böden eine Anfangsgabe von 45 Litern pro Quadratmeter benötigen. 

Kompost für verschiedene Kulturen

In etablierten Gärten unterstützen jährliche Kompostgaben die Bodenfruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum. Für Kulturen wie Bohnen, Erbsen, Kräuter, Pastinaken, Spinat und Zwiebeln reicht 1 Liter Kompost pro Quadratmeter aus. Pflanzen wie Mangold, Möhren, Salat, Fenchel, Paprika, Rettich, Zucchini oder Rote Bete sowie Beerensträucher profitieren von 2 Litern pro Quadratmeter. Rosen und kräftige Stauden sollten ebenfalls 2 Liter pro Quadratmeter erhalten, während weniger anspruchsvolle Pflanzen die Hälfte benötigen. Stark nährstoffbedürftige Gemüsesorten wie Kopfkohl benötigen etwa 3 Liter Kompost pro Quadratmeter, wobei eine zusätzliche Düngung mit Stickstoff und Kalium empfohlen wird. Auberginen, Gurken, Kartoffeln, Kürbis, Sellerie und Tomaten benötigen sogar 3 bis 4 Liter Kompost pro Quadratmeter. In der Regel wird reifer Kompost verwendet, der in die oberste Bodenschicht eingearbeitet wird, nicht tiefer als 20 cm. Im Herbst kann Kompost verwendet werden, um den Wurzelbereich von Gehölzen als Kälteschutz abzudecken, und auch Pfingstrosen profitieren von einer schützenden Kompostschicht.

Wann Kompost vermieden werden sollte

Kompost sollte nicht bei Pflanzen eingesetzt werden, die saure Böden bevorzugen, wie Hortensien, Rhododendren und Kulturheidelbeeren. Auch auf Rasenflächen sollte er vermieden werden, da der hohe Stickstoffgehalt das Wachstum der Gräser auf Kosten der Blütenpflanzen fördert.

Kompost

Roh- oder Frischkompost

Roh- oder Frischkompost enthält noch nicht vollständig zersetzte Ausgangsmaterialien. Abhängig von der Verrottungsgeschwindigkeit entsteht Rohkompost etwa sieben bis zehn Wochen nach dem Aufsetzen eines Komposthaufens. Dieser Kompost besteht hauptsächlich aus Nährhumus, welcher aus kurzkettigen, leicht abbaubaren Huminstoffen besteht und als Energiequelle für Bodenlebewesen dient. Rohkompost hat eine grobe Struktur, riecht frisch und zeigt noch erkennbare Ausgangsmaterialien. Viele Gliedertiere wie Asseln und Springschwänze sowie vereinzelte Kompostwürmer sind darin zu finden.

Wofür sich Rohkompost eignet

Rohkompost eignet sich hervorragend für die Flächenkompostierung, da er reich an Nährstoffen ist und dem Boden organische Substanz zuführt. Der junge Kompost unterstützt das Bodenleben und kann während der Wachstumsperiode als Bodenabdeckung dienen. Er kann als düngende Mulchschicht auf Baumscheiben oder unter Sträuchern ausgebracht und mit Gras, Laub und Erde abgedeckt werden. Diese Mulchschicht schützt den Boden vor Austrocknung und unterdrückt Unkraut.

Worauf zu achten ist

Es ist jedoch wichtig, dass das noch nicht vollständig abgebaute Material nicht die Baumstämme berührt und nicht in tiefere Bodenschichten gelangt, da es sonst unter sauerstoffarmen Bedingungen faulen könnte. Daher sollte Rohkompost nur leicht in die oberste, gelockerte Bodenschicht eingearbeitet werden.

Falllaub

Herbstliches Falllaub für Flächenkompostierung

Auch herbstliches Falllaub eignet sich gut für die Flächenkompostierung. Dazu wird reichlich Laub auf Gemüse- oder Blumenbeeten bzw. unter Baumscheiben verteilt, um den Boden abzudecken und Erosion durch Regen zu verhindern. Eine 10 bis 15 cm dicke Laubschicht sollte mit der obersten Bodenschicht vermischt werden. Eine dünne Schicht fertigen Kompost oder Erde wird darüber gestreut , um das Laub an Ort und Stelle zu halten und gleichzeitig Organismen für den Abbau einzubringen. Im Laufe des Prozesses der Kompostierung zersetzt sich das Laub  über die folgenden Monate und bis März sind nur noch wenige grobe Teile übrig, die unter Sträucher gelegt werden können.

Kompost zur Herstellung von Pflanzsubstrat

Kompost kann zur Herstellung von Pflanzsubstrat verwendet werden, jedoch nicht in reiner Form. Aufgrund des hohen Anteils an organischen Materialien würde er schnell zusammensacken und unkontrolliert Nährstoffe freisetzen, was zu übermäßigen Salzgehalten führen könnte. Daher sind strukturstabile Zuschlagstoffe notwendig, um ein eigenes Substrat zu schaffen.

Eigenschaften von Pflanzsubstrat Kompost

Der Kompost, der zur Substratherstellung verwendet wird, sollte gut abgelagert sein, idealerweise mindestens zwei Jahre. Im Gegensatz dazu ist Kompost für den Garten schon nach vier bis sechs Monaten einsatzbereit. Es ist ratsam, eine bestimmte Menge Kompost speziell für die Substratherstellung zurückzuhalten und diesen jährlich umzusetzen.

Herstellung eigener Erde

Um eigene Erde herzustellen, wird der Kompost zunächst gesiebt. Für Blumentopferde reicht ein normales Gartensieb aus. Ein Durchwurfsieb, das auf dem Boden aufgestellt oder auf eine Schubkarre gelegt wird, eignet sich für größere Mengen und hält grobe Bestandteile zurück. Für feinere Substrate, die für Zimmerpflanzen, vegetative Vermehrung oder Aussaat benötigt werden, sollte ein Sieb mit engerem Gitter verwendet werden. Runde Siebe, die über einem Auffangbehälter wie einer Bauwanne gehalten werden, sind hierfür ideal. Ein brauchbares Grundsubstrat kann durch Mischen von gleichen Teilen Sand, Kompost und Gartenerde hergestellt werden. Eine kleine Menge Bentonit verbessert die Wasserhaltefähigkeit. Torfersatzstoffe wie Kokos- oder Holzfaser fördern eine lockere Struktur und tragen zur Qualität des Substrats bei.

Quelle: Agnes Pahler, Obst & Garten, Januar 2024