Kastanie - Herkunft und Arten


Bei einem kleinen Ausflug aufs Land findet man noch heute Aussiedlerhöfe mit der Bezeichnung Kastanienhof. Synchron finden sich viele Straßen mit dem Namen Kastanienallee und Kastanienweg. Ein guter Indiz für die Bedeutung der Esskastanie als Kulturpflanze. Als solche begleitet die Kastanie uns bereits seit dem Ende der Steinzeit.

Als Nutzpflanze wird sie vermutlich seit 500 vor Christus kultiviert. Damals wurde der Kastanienbaum vor allem zur Holzproduktion veredelt. Die ersten schriftlichen Überlieferungen von Maronen die zum Kochen verwendet wurden stammen aus der Türkei. Die Sorten wurden von den Römern, sowie Etruskern nach Südeuropa gebracht. Noch heute finden sich südlich der Alpen viele alte und gut gepflegte Kastanienbäume und -plantagen. Insbesondere auf landwirtschaftlich schlechten Böden wurde der Kastanienbaum gepflanzt. So konnte auch auf diesen Flächen eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden. Maronen zählen immer noch zu dem Obst mit den höchsten Nährstoff- und Vitaminwerten. Während Sie früher vor allem als Brot für Arme bezeichnet wurden gelten sie heute als beliebte Delikatesse. Insbesondere in der französischen und italienischen Küche finden Maronen große Verwendung.

Trotz ihrer wechselhaften Historie können alle heutigen Kastanien auf vier Kastanienarten zurückgeführt werden. Das besondere ist, dass diese ursprünglichen Kastanienarten noch heute vermehrt werden. Während ihre Früchte nicht genießbar sind, sind ihre Holzeigenschaften bis heute gefragt. Alle Esskastanien werden auf eine dieser vier ursprünglichen Kastanienarten veredelt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Kastanien vereinzelt auch auf Eichen veredelt werden. Diese Veredlungsform ist für basische Böden interessant. Die Anwachsraten sind hier allerdings so gering, dass diese Art der Veredlung immer weniger Beachtung findet.

Castanea Crenata - japanische Kastanie
Kastanienbäume die auf die japanische Kastanie castanea crenata veredelt sind werden bis zu fünfzehn Meter hoch. Sie gehören damit zu den am kleinsten bleibenden Kastanien. Abhängig von der Sorte ist ein Wachstum zwischen zehn und zwölf Metern normal. Ihr Holz ist weniger frostbeständig als das anderer Kastanien. In Gebieten mit sehr hoher Staunässe sollten sie nicht gepflanzt werden.

Castanea Mollissima - chinesische/koreanische Kastanie
Kastanien die auf die chinesische Kastanie castanea mollissima veredelt sind werden zwischen fünfzehn und zwanzig Meter groß. Ihre Blätter sind tendenziell größer als die anderer Kastanien. Ihr Stamm und Äste sind wesentlich heller als das Holz anderer Maronenbäume. An jungen Asttrieben finden sich weiche Haare. Im Gegensatz zu den anderen Kastanienarten wird die chinesische Kastanie insbesondere für ihr Fruchte gepflanzt. Das Holz selbst ist von schlechterer Qualität und erzielt keine guten Preise. Sie wächst gut in niederschlagsreichen und warmen Gebieten.

Castanea Dentata - amerikanische Kastanie
Die amerikanische Kastanie castanea dentata war lange Zeit die bevorzugte Unterlage für Kastanienbäume. Aufgrund ihrer starken Anfälligkeit für Kastanienrindenkrebs wird sie heute kaum noch veredelt. Mit ihrem starken Wachstum auf bis zu 35 Meter Höhe zählt sie zu den besten Holzlieferanten. Ihr Holz ist fest und kann durch seine tief braune Farbe überzeugen. Ihre gute Wuchskraft entfaltet die amerikanische Kastanie castanea dentata sowohl auf trockenen, wie auch lehmigen Böden.

Castanea Sativa - europäische Kastanie
In Europa heimisch ist castanea sativa. Der europäische Kastanienbaum wird zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Meter groß. Im Gegensatz zu den vermehrt gepflanzten Hybriden entwickelt er einen ausladende, breite Baumkrone. Seine Blätter sind dunkler als die anderer Kastaniensorten und fester. Typischerweise finden sich drei Maronen in einer Schale. Sein Holz ist frostbeständig und kann je nach Sorte auch in Spätfrostlagen gepflanzt werden.

In Europa werden heute vor allem Hybride aus castanea sativa und castanea crenata gepflanzt. Diese haben sich als sehr beständig gegen Pilzkrankheiten erwiesen. Zugleich haben Sie die guten Fruchteigenschaften der europäischen Kastanie übernommen. Ihr Wuchsbild ähnelt der aufrechten Baumform der japanischen Kastanie.

Unabhängig von der Unterlage ihres Kastanienbaums wird dieser sich schnell bei Ihnen wohlfühlen. Wann und wie lange er blüht, ist hierbei stark von der Region in der Sie wohnen abhängig. Tendenziell werden sich die ersten Knospen Mitte April bilden. Im Mai entwickelt der Kastanienbaum seine Blätter. Ende Mai ist er dann zumeist schon komplett in sein grünes Gewand gekleidet. Mitte Juni und damit später als andere Obstbäume beginnt er zu blühen. Seine Blüte ist nicht nur später, sondern auch ungewöhnlich. So bilden sich kerzenähnliche Blütenstände. Diese sind eng aneinander geschmiegt und zieren den Baum sehr lange. Je nach Sorte und Standort kann sich die Blüte der Marone bis Ende Juli erstrecken. Ab Ende August können Sie die ersten Früchte am Kastanienbaum entdecken. Diese entwickeln sich dann recht schnell. Ab Oktober sind die ersten Maronen reif und fallen vom Baum. Hat der Kastanienbaum seine gesamte Ernte abgeworfen beginnt er sich im November zu verfärben. Seine Blätter verfärben sich gelb und zieren den Baum bis Dezember. Ab dann tritt der Maronenbaum in die Winterruhe, die er bis April hält. Diese Zeit kann für einen Baumschnitt genutzt werden. Ideal ist hierfür die Zeit von Januar bis einschließlich März.


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